4 Ausstellungen 2011
INK trifft Ludwig Emil Grimm
Ingrid Sonntag-Ramirez Ponce, eine mehrfach auch durch internationale Kunstpreise ausgezeichnete zeitgenössische Künstlerin hat sich in ihrem Werk - wie Ludwig Emil Grimm - thematisch dem Menschen verschrieben.
Ihre Porträts zeigen die Lebenslinien, die die Zeit auf den Gesichtern hinterlassen hat in ungeschminkter Art und Weise. Die Dargestellten werden so gezeigt, dass man meint, sie greifen zu können und lassen eine so große Nähe zu, wie man sie in der Realität nur schwer erfahren könnte.
"Ideke" von L. E. Grimm, 1845
Obwohl fast 200 Jahre zwischen INK und Ludwig Emil Grimm liegen, sind ihre Werke auf enge, fast geniale Weise miteinander verbunden, zeigen sie doch Antlitze, die tief in den Charakter der Dargestellten eindringen.
Im Haus der Romantik wird erstmals auch aus einer Privatsammlung eine Kohlezeichnung aus dem Jahr 1845 präsentiert, die Ludwig Emil Grimms Tochter "Ideke" im Alter von 12 Jahren zeigt.
INK hat das Pendant dazu gearbeitet, das ebenfalls zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt wird:
"Reinhilde" von INK Sonntag-Ramirez Ponce, 2011
Mit Brief und Siegel.
Klopstock und der Frauenbrief im 18. Jahrhundert
Das 18. Jahrhundert und auch das 19. Jahrhundert gelten als die Jahrhunderte des deutschen Briefes. Insbesondere für Frauen eröffneten sich Möglichkeiten des literarischen Ausdrucks, der ihnen vorher verschlossen blieb.
In der Zeit der Romantik entstanden auf der Grundlage von realen oder fiktiven Frauenbriefen viele der schönsten Gedichte und Briefromane. Ohne Briefe wären einzigartige Beschreibungen der damaligen Lebenswelt nicht überliefert worden.
Über Klopstocks Verbindungen zu Frauen geben uns die heute noch vorhandenen Briefe zwischen ihm und etwa 40 Briefpartnerinnen Aufschluss, von denen einige in der Ausstellung gezeigt werden. Klopstock wandte sich mit seinen Werken durchaus bewusst an Frauen, da sie seiner Meinung nach „am ehesten verstehend empfinden“ konnten.
Der zweite Teil der Ausstellung widmet sich dem Frauenbrief um 1800. In der Epoche der Romantik avanciert der Brief zum literarischen Produkt schlechthin (vgl. Caroline Schlegel-Schelling). Die vornehmlich von Frauen getragene Brief- und Salonkultur der Zeit gilt als Meilenstein auf dem langen Weg weiblicher Emanzipationsbestrebungen.
Der Teil der Ausstellung, welcher „Klopstocks (Ver)Bindungen zu Frauen“ gewidmet ist, wurde dem Marburger Haus der Romantik als Leihgabe des Klopstockhauses Quedlinburg zur Verfügung gestellt.
Kunst am Ei
Die bemalten Eier nach Faberge-Art von Lyudmila Lyubimova
Die aus der Ukraine stammende Künstlerin Lyudmila Lyubimova studierte Mathematik und künstlerischer Gestaltung in Charkow und unterrichtete anschließend mehrere Jahre Mathematik, Kunst und Kunstgeschichte an einer staatlichen Schule.
Seit 1994 lebt sie in Marburg
Die Künstlerin malt Porträts, gestaltet Printmedien, bemalt Eier nach Faberge-Art und hat sich damit auf Ausstellungen in Marburg, Frankfurt und Augsburg einen Namen gemacht.
Zur Osterzeit präsentiert die Künstlerin die mit filigranen Ornamenten und Porträts kunstvoll gestalteten Gänse- Schwäne- und Straußen-Eier.
Für das Marburger Haus der Romantik, wo Lyudmila Lyubimova seit der Gründung des Museums tätig ist, gestaltet sie Ausstellungstafeln, Einladungen, Prospekte, Plakate und Kunstkarten.
Sie ist auch Designerin dieser Webseite.
Kontakt: lyubimova@gmx.de
Vom Andachtsbild zum Zauberkasten Luxuspapiere aus zwei Jahrhunderten
Die Exponate entstammen einer Privatsammlung aus Marburg. Sie wurden im Laufe der letzten 30 Jahre zusammengetragen und umfassen eine Zeitstellung vom Ende des 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart.
Einen Schwerpunkt der Exponate bilden Papierobjekte des Spätbiedermeier in Form von Stickbogenvorlagen, Poesiealben-blättern, Andachts- und Andenkenbildern.
Der Themenschwerpunkt Gründerzeit umfasst Taufbriefe, Wandschmuck, Kinderspielzeug, Weihnachtsdekorationen und Arbeiten aus Pappmaché.
Die Zeit des Jugendstils um 1900 wird durch Postkarten, Schmuckalben, Oblatenbilder und Reklameartikel repräsentiert.
In der vom Kunststoff dominierten Gegenwart tritt modernes Luxuspapier in den Hintergrund und findet sich nur noch selten als Umverpackung oder Bastelbogen.
Die Ausstellung verdeutlicht die einstige Allgegenwart des Werkstoffs Papier und erlaubt Einblicke in eine verloren gegangene und fragile Welt voller Schönheit.
Nandu-Ei